Call for Papers

Hochautomatisierte Fahrerassistenzsysteme absichern ( Vortrag )

Szenarienbasiertes Testen als Kernelement

Referent: Dr. Hieronymus Fischer, ESG
Vortragsreihe: Automotive
Zeit: 03. Dezember 14:45-15:25
Co-Referenten: keine

Zielgruppe

Tester

Themenbereiche

Test & Qualitätssicherung

Voraussetzungen

Expertenwissen

Kurzfassung

Im Hinblick auf die Validierung von kooperativen und hochautomatisierten Funktionen stoßen die gängigen Absicherungskonzepte an ihre Grenzen. Es bedarf einer Absicherungsmethodik, die dem nicht-deterministischen Charakter des Gesamtsystems Umfeld, digitales Weltbild und Autonomiefunktion Rechnung trägt. Ausgehend von dieser Sicht und in Abgleich mit den etablierten Verfahren zum Test von Assistenzsystemen leiten sich die grundlegenden Anforderungen an einen neuen Test- und Validierungsprozess ab. Es geht insbesondere um die folgenden Kernfragen: - Wie berücksichtigt man effektiv und effizient die aus der stochastischen Kombinatorik erwachsende Vielfalt der praktisch relevanten Szenarien? - Wie testet man das Verhalten der Funktion im Kontext der Fahraufgabe bei Erreichung der Systemgrenzen unter realistischen und zugleich auch wiederholbaren Bedingungen? - Wie findet man die kritischen Szenarien und wie leitet man dafür die adäquaten Stimuli für die Testumgebung ab?

Gliederung

1.Motivation
- Hochautomatisierte Systeme werden immer wichtiger
- Anforderungen an die Absicherung steigen

2.Virtuelle Integration und Validierung
- X-in-the-Loop
- Was ist anders bei komplexen Assistenzfunktionen?
- Umfeld - Digitales Weltbild - Funktion
- Anforderungen an die Absicherung von „komplexen“ Systemen

3.Szenarienbasiertes Testen
- Ein Schichtenmodell für die Absicherungskonzeption
- Beschreibung von Szenarien
- Szenarien und stochastische Kombinatorik
- Kritische Szenarien & Teststimuli
- Nicht-deterministisches Verhalten & Reproduzierbarkeit
- Szenarienkatalog, Benchmark-Szenarien & Testmetrik

4.Zusammenfassung und Ausblick

Nutzen und Besonderheiten

1 Neues Veständnis der Absicherungsproblematik bei hochautomatisierten Assistenzsystemen - Dominierend ist die Abhängigkeit von stochastischen Einflüssen und hochvarianten Umgebungsbedingungen - Die Absicherung von solchen Systemen ist zum wesentlichen Teil ein semantisches Problem im Hinblick auf die funktionale Validierung des effektiven Systemverhaltens auf der Ebene von komplexen Szenarien 2 Lösungsansatz szenarienbasiertes Testen Ausgehend von einer systematischen Beschreibung und Strukturierung von Szenarien liegt der Schlüssel für eine erfolgreiche Absicherung in einem konsequent szenarienbasierten Ansatz mit folgenden Charakteristika: - Klassifikation von Szenarien und Entschärfung der stochastischen Kombinatorik durch Ausnutzung von Äquivalenzen - Semiformale Ableitung von kritischen Szenarien und aus den funktionsspezifischen Anforderungen - Gewährleistung von Reproduzierbarkeit und Abstützung auf einen wiederverwendbaren Szenarienkatalog

Über den Referenten

Dr. Hieronymus Fischer hat Mathematik, Elektrotechnik und Informatik studiert und in Mathematik promoviert. Über verschiedene Stationen in der Leitung von Softwareprojekten im Bereich Aerospace kam er 1998 zur ESG. Dort leitete er das Center of Competence Systemkonzepte Automotive. Seit 2013 ist Hr. Dr. Fischer Leiter "Innovations- und Technologiemanagement“ innerhalb der Division Automotive der ESG.